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Briefe online frankieren – die vier Wege im Vergleich

Kurz gesagt: welcher Weg für welchen Fall

Es gibt vier Wege, einen Brief zu frankieren – und sie unterscheiden sich weniger im Porto als im Aufwand drumherum. Briefmarke und Internetmarke kosten exakt dasselbe wie das reguläre Porto, verlangen aber Ihre Arbeitszeit. Eine Frankiermaschine lohnt sich laut Deutscher Post ab etwa zehn Sendungen pro Tag. Beim Hybridversand entfällt die Frankierung als eigener Arbeitsschritt vollständig – Sie laden ein PDF hoch, Druck, Kuvertierung, Frankierung und Einlieferung übernimmt der Dienstleister.

Die ehrliche Kurzfassung: Bei wenigen Briefen im Monat ist die Briefmarke unschlagbar unkompliziert. Ab etwa zwanzig Briefen im Monat wird der Zeitaufwand zum eigentlichen Kostenfaktor – dann lohnt der Blick auf Frankiermaschine oder Hybridversand.

Die vier Frankierwege im direkten Vergleich

KriteriumBriefmarkeInternetmarkeFrankiermaschineHybridversand
Preis Standardbrief0,95 €0,95 € (kein Aufschlag)0,95 € abzgl. 1 % ab 200 € Ladungab 0,65 € netto, alles inklusive
GrundkostenkeinekeineKauf, Leasing oder Miete des Gerätskeine Grundgebühr, keine Mindestmenge
Drucker nötigneinjanein (Gerät druckt)nein
Kuvertierenselbstselbstselbst (Gerät frankiert nur)übernimmt der Dienstleister
Weg zum Briefkastenjajaja (Einlieferung)entfällt
Sinnvoll ab1 Brief1 Brief mit Druckerca. 10 Sendungen/Tag1 Brief, skaliert bis Serienbrief
SchwächeMarken müssen vorrätig seinDrucker, Toner, EtikettenFixkosten, Wartung, PortoladungDaten verlassen das Haus

Porto-Angaben Deutsche Post, Stand 05.08.2026. Alle DP-Portopreise sind Endpreise und nach UStG umsatzsteuerfrei; die genannten easyNova-Preise sind Nettopreise zuzüglich Umsatzsteuer (siehe Abschnitt zur Umsatzsteuer weiter unten).

Briefmarke: der Klassiker ohne Vorbereitung

Die klassische Briefmarke kostet für den Standardbrief 0,95 €, für den Kompaktbrief 1,10 €, für den Großbrief 1,80 € und für den Maxibrief 2,90 €. Was viele unterschätzen: Das Format richtet sich nicht nach dem Umschlag, sondern nach Maß und Gewicht der fertigen Sendung. In einen Standardbrief passen etwa drei DIN-A4-Seiten mit 80 g/m², in einen Kompaktbrief acht. Wer die Grenze überschreitet, zahlt automatisch das Porto der nächsthöheren Klasse – bei zu geringer Frankierung wird beim Empfänger nachgefordert.

Der Vorteil liegt in der Einfachheit: keine Technik, keine Registrierung, keine Fixkosten. Der Nachteil zeigt sich im Alltag – Marken müssen vorrätig sein, und zwar in der passenden Wertstufe. Für Unternehmen mit unregelmäßigem Versand endet das häufig mit einem Restbestand falscher Werte in der Schublade.

Internetmarke: Porto zum Selbstausdrucken

Die Internetmarke ist Porto, das Sie im Portoshop oder in der App der Deutschen Post kaufen und selbst ausdrucken. Sie erhalten einen Matrixcode, den Sie auf den Umschlag oder ein Etikett drucken. Der Preis entspricht exakt dem regulären Porto – es fällt kein Aufschlag an.

Damit löst die Internetmarke genau ein Problem: Sie müssen keine Briefmarken mehr vorrätig halten. Alles andere bleibt, wie es war. Sie brauchen weiterhin einen funktionierenden Drucker, Toner und passende Etiketten, Sie kuvertieren selbst, und Sie bringen den Brief selbst zum Briefkasten. Für einzelne Briefe ist das komfortabel. Für zwanzig Briefe an einem Nachmittag ist es dieselbe Arbeit wie mit Briefmarken – nur mit einem zusätzlichen Druckvorgang.

Details zum Verfahren: Internetmarke – Porto online kaufen und selbst frankieren.

Frankiermaschine: ab etwa zehn Sendungen pro Tag

Eine Frankiermaschine wiegt die Sendung, ermittelt das Porto und druckt den Frankierabdruck direkt auf den Umschlag. Die Deutsche Post nennt eine klare Schwelle: „Eine Frankiermaschine lohnt sich bereits ab ca. 10 Sendungen (Briefe und Päckchen) pro Tag.“ Das sind rund 200 Sendungen im Monat.

Die Beauftragung bei der Deutschen Post selbst ist kostenfrei. Das Gerät beziehen Sie über einen zertifizierten Hersteller – zum Kauf, im Leasing oder zur Miete. Genau dort entstehen die Kosten, die den Portovorteil relativieren: Anschaffung oder Rate, Wartung, Tinte und die Bindung an einen Vertrag. Als Ausgleich gewährt die Deutsche Post 1 % Rabatt bei einer Mindestportoladung von 200,00 €. Auf den Standardbrief gerechnet sind das rund einen Cent.

Wichtig für die Kalkulation: Eine Frankiermaschine frankiert – sie druckt Ihre Briefe nicht, sie faltet nicht und sie kuvertiert nicht. Der personalintensivste Teil der Postausgangsbearbeitung bleibt im Haus.

Vertiefend: Frankiermaschine oder digitaler Versand?

Hybridversand: Frankieren entfällt als Arbeitsschritt

Beim Hybridversand – auch Hybridpost genannt – übergeben Sie das Dokument digital, und der Dienstleister erledigt den physischen Teil: Druck, Kuvertierung, Frankierung und Einlieferung bei der Deutschen Post. Sie frankieren also nicht mehr, weil es nichts mehr zu frankieren gibt. Bei beginnt der Standardbrief bei 0,65 € netto inklusive Druck, Kuvert und Porto, der Kompaktbrief bei 0,94 € netto, der Großbrief bei 1,71 € netto – ohne Grundgebühr und ohne Mindestmenge.

Die Grenze dieses Wegs ist keine Preisfrage, sondern eine Vertrauensfrage: Ihre Dokumente verlassen das Haus, bevor sie gedruckt sind. Wer diesen Weg geht, sollte auf die Rahmenbedingungen achten – Verarbeitung ausschließlich in Deutschland, Löschung nach dem Versand und eine Lizenz der Bundesnetzagentur als Postdienstleister. ist unter der Lizenznummer L 4436 registriert und dem Briefgeheimnis nach § 39 Postgesetz verpflichtet.

Wie der Versand konkret abläuft, welche Formate möglich sind und wie sich der Weg automatisieren lässt, steht auf der Anbieterseite: Brief online versenden mit .

Was ein Brief wirklich kostet

Der Portovergleich allein führt in die Irre, weil er nur einen von drei Kostenblöcken erfasst. Zum Porto kommen Material und Arbeitszeit – und die Arbeitszeit ist bei kleinen Mengen der größte Posten.

KostenblockSelbst frankieren und versendenHybridversand
Porto Standardbrief0,95 €im Preis enthalten
Papier, Toner, Kuvertca. 0,11 €im Preis enthalten
Arbeitszeit (drucken, falten, kuvertieren, frankieren, einwerfen) – 2 Minuten je Brief1,00 € (konservativ, 30 €/h)
1,50 € (Bundesdurchschnitt, 45 €/h)
entfällt weitgehend
Summe je Brief2,06 € bis 2,56 €ab 0,65 € netto

Zur Arbeitszeit: Angesetzt sind zwei Minuten je Brief für Drucken, Falten, Kuvertieren, Frankieren und den Weg zum Briefkasten. Beim Stundensatz rechnen wir bewusst mit zwei Werten. Das Statistische Bundesamt beziffert die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde in Deutschland für 2025 auf 45,00 € (Produzierendes Gewerbe und Dienstleistungsbereich; 2024: 43,50 €, EU-Durchschnitt 34,90 €). Dieser Wert ist ein Querschnitt über alle Branchen und Qualifikationen und liegt für eine einfache Bürotätigkeit eher zu hoch. Deshalb steht in der Tabelle zusätzlich eine konservative Rechnung mit 30 € Vollkosten je Stunde.

Das Ergebnis ändert sich dadurch kaum: Selbst mit dem niedrigen Ansatz kostet ein selbst versendeter Standardbrief rund 2,06 € – und damit gut das Dreifache des Hybridversands. Der Grund ist immer derselbe: Bei kleinen Auflagen kostet die Bearbeitung mehr als das Porto.

Ein Hinweis zur Umsatzsteuer – wichtig für Privatpersonen

Die Portopreise der Deutschen Post sind Endpreise und nach dem Umsatzsteuergesetz umsatzsteuerfrei. Die Preise von Hybridversand-Dienstleistern sind Nettopreise zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. Für die Einordnung heißt das:

  • Unternehmen mit Vorsteuerabzug vergleichen netto gegen Porto. Hier ist der Hybridversand beim Standardbrief deutlich günstiger, und der eigentliche Hebel liegt ohnehin bei der eingesparten Arbeitszeit.
  • Privatpersonen und Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzug müssen brutto rechnen. Beim Standardbrief bleibt der Hybridversand auch dann günstiger als das Porto. Bei größeren Formaten kehrt sich das um – wer ohne Vorsteuerabzug einzelne Großbriefe verschickt, fährt mit Briefmarke oder Internetmarke günstiger.

Hybridversand ist also kein Weg, der für jeden und in jedem Format der günstigste ist. Er ist der Weg, der Arbeitsschritte entfernt – und das rechnet sich dort, wo Arbeitszeit Geld kostet.

Welcher Weg passt zu welcher Menge?

Ihre SituationEmpfehlung
Wenige Briefe im Monat, kein DruckerBriefmarke
Wenige Briefe, Drucker vorhanden, keine Marken im HausInternetmarke
Regelmäßiger Versand, aber niemand soll drucken und kuvertierenHybridversand
Ab ca. 10 Sendungen pro Tag, Personal für die Postausgangsbearbeitung vorhandenFrankiermaschine – oder Hybridversand, wenn das Personal anderes tun soll
Serienbriefe, Rechnungen oder Mahnungen aus einer Software herausHybridversand mit Schnittstelle
Dokumente dürfen das Haus nicht verlassenFrankiermaschine

Häufige Fragen zum Frankieren

Was kostet es, einen Brief zu frankieren?

Ein Standardbrief kostet bei der Deutschen Post 0,95 €, ein Kompaktbrief 1,10 €, ein Großbrief 1,80 € und ein Maxibrief 2,90 € (Stand 05.08.2026). Briefmarke und Internetmarke kosten dasselbe – bei der Internetmarke fällt kein Aufschlag an. Beim Hybridversand ist das Porto im Preis enthalten, ein Standardbrief beginnt dort bei 0,65 € netto inklusive Druck und Kuvert.

Kann ich einen Brief ohne Drucker online frankieren?

Ja, aber nicht mit der Internetmarke – die müssen Sie ausdrucken. Ohne Drucker bleiben zwei Wege: die klassische Briefmarke oder der Hybridversand, bei dem der Dienstleister druckt, kuvertiert, frankiert und einliefert.

Ab wann lohnt sich eine Frankiermaschine?

Die Deutsche Post nennt als Schwelle etwa zehn Sendungen pro Tag. Zu berücksichtigen sind die Gerätekosten über Kauf, Leasing oder Miete sowie Wartung und Tinte. Die Beauftragung bei der Deutschen Post selbst ist kostenfrei; ab einer Mindestportoladung von 200,00 € gibt es 1 % Rabatt.

Ist die Internetmarke teurer als eine Briefmarke?

Nein. Die Internetmarke kostet exakt das reguläre Porto, ein Aufschlag fällt nicht an. Die zusätzlichen Kosten entstehen indirekt über Drucker, Toner und Etiketten.

Was passiert, wenn ich zu wenig frankiere?

Die Sendung wird in der Regel trotzdem zugestellt, das fehlende Porto wird jedoch beim Empfänger nachgefordert. Bei Geschäftspost ist das unangenehm – ein Grund, das Format nicht zu schätzen, sondern zu prüfen: Maß und Gewicht der fertigen Sendung entscheiden, nicht der Umschlag.

Wie lange dauert die Zustellung?

Die Deutsche Post stellt Briefe in der Regel am übernächsten Werktag nach Einlieferung zu. Der Frankierweg ändert daran nichts – entscheidend ist, wann die Sendung eingeliefert wird.


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