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Briefportfolio 2027: Was die Formatreform für den Geschäftsversand bedeutet

Kurzfassung. Ab 1. Januar 2027 ändert die Deutsche Post ihre Briefformate. Der Großbrief darf dann 3 cm hoch und 1.000 g schwer sein und nimmt damit doppelt so viel Papier auf wie heute. Der Maxibrief wird größer und darf 2.000 g wiegen, ist aber nur noch bis 3 cm Höhe erlaubt – dickere Sendungen gehen künftig als Päckchen oder Paket. Die Portopreise ab 2027 stehen noch nicht fest (Stand: September 2026).

Über die neuen Formate ist in den letzten Wochen viel geschrieben worden, fast immer aus Sicht von Privatkunden: dicke Bücher, Kleidung, Päckchen statt Brief. Für Unternehmen stellen sich andere Fragen. Wie viele Seiten passen künftig in welchen Umschlag? Was wird aus den dicken Vertragsunterlagen? Und was ändert sich bei der Post ins Ausland? Dieser Beitrag ordnet die Reform für den Geschäftsversand ein.

Die Formate im Überblick: bis 31.12.2026 und ab 1.1.2027

Standardbrief und Kompaktbrief bleiben unverändert. Neu geregelt werden Großbrief und Maxibrief, national wie international. Welche Umschläge zu welchem Format gehören, erklärt unsere Übersicht der Briefformate.

FormatBis 31.12.2026Ab 01.01.2027
Großbriefbis 35,3 × 25 cm, 2 cm, 500 gbis 35,3 × 25 cm, 3 cm, 1.000 g
Maxibriefbis 35,3 × 25 cm, 5 cm, 1.000 gbis 38,1 × 30,5 cm, 3 cm, 2.000 g
Maxibrief mit ZusatzentgeltL + B + H bis 90 cm, bis 2.000 gentfällt
Midibrief International–neu: bis 38,1 × 30,5 cm, 2 cm, 500 g
Großbrief Internationalbis 35,3 × 25 cm, 2 cm, 500 gbis 38,1 × 30,5 cm, 3 cm, 1.000 g
Maxibrief Internationalbis 5 cm, bis 1.000 g bzw. 2.000 gentfällt

Die Deutsche Post begründet die neuen Höchstmaße mit dem Weltpostvertrag, auf den das Postgesetz verweist. Der Leitgedanke lautet: Dokumente gehören in den Brief, Waren ins Paket.

Was das in Blatt Papier bedeutet

Für Geschäftspost zählt nicht das Gewicht, sondern die Seitenzahl. Wir haben die neuen Grenzen deshalb in Blatt umgerechnet.

FormatBis 2026Ab 2027Was begrenzt ab 2027
Großbriefca. 95 Blattca. 190 Blattdas Gewicht (1.000 g)
Maxibriefca. 190 Blattca. 250 bis 280 Blattdie Höhe (3 cm)

Faustrechnung: DIN A4, 80 g/m², je Blatt rund 5 g und 0,1 mm, inklusive Versandtasche. Andere Papiere und Umschläge verschieben die Werte.

Daraus folgt der wichtigste Satz für den Geschäftsversand: Beim Großbrief wird ab 2027 das Gewicht zur Grenze, beim Maxibrief die Höhe. Reine Papiersendungen gewinnen in beiden Formaten Platz. Wer dagegen Ordner, Kataloge oder Muster im Maxibrief verschickt hat, die dicker als 3 cm sind, braucht ab 2027 einen anderen Versandweg.

Was das für Ihren Versand bedeutet

Umfangreiche Dokumente passen öfter in den Großbrief

Maßstabsgetreu: Großbrief bis 2026 (grau) und ab 2027 (grün). Klicken spielt die Animation erneut ab.

Angebote, Gutachten, Vertragswerke oder Prüfberichte mit 100 bis 190 Seiten gingen bisher als Maxibrief. Ab 2027 passen sie in den Großbrief. Ob sich das rechnet, hängt vom Porto 2027 ab, das noch nicht feststeht. Die heutigen Maße und Preise finden Sie in unserem Ratgeber zum Großbrief.

Sendungen über 3 cm werden zum Päckchen oder Paket

Maßstabsgetreu: Maxibrief bis 2026 (grau) und ab 2027 (grün). Klicken spielt die Animation erneut ab.

Der Maxibrief bis 5 cm Höhe fällt weg. Für Sendungen über 3 cm nennt die Deutsche Post DHL Päckchen, DHL Paket und – nur für Waren, Proben oder Muster – die Warensendung, die bei 5 cm bleibt. Päckchen und Paket sind eigene Produkte mit eigenen Preisen und Bedingungen. Geschäftskunden mit regelmäßigen Mengen verweist die Post auf einen Vertrag für das DHL Kleinpaket. Was sich am Maxibrief sonst ändert, steht im Maxibrief-Ratgeber.

Auslandspost: Midibrief statt Großbrief, kein Maxibrief mehr

Der Maxibrief International entfällt ersatzlos. Wer bisher Großbriefe im Format B4 bis 500 g ins Ausland geschickt hat, kann dieselben Sendungen ab 2027 als Midibrief International versenden; die Post kündigt ihn als günstiger an als den neuen Großbrief International. Dokumente über 3 cm oder über 1.000 g gelten im internationalen Postverkehr ab 2027 als Sendungen mit Wareninhalt. Passen sie nicht in ein Warenprodukt wie Warenpost International oder DHL Paket, können sie an den Absender zurückgehen – auch aus dem Ausland.

Für Geschäftskundenprodukte im Ausland ändert sich außerdem die Preisstruktur: Briefe International zum Kilotarif und Dialogpost International werden künftig nach Zielen innerhalb und außerhalb der EU bepreist, wie es bei Presse International schon heute gilt. Dialogpost und Presse International gibt es dann nur noch als Standardversand.

Förmliche Zustellung: Großformat nur noch bis 3 cm

Auch der Postzustellungsauftrag folgt der neuen Grenze. Das PZA- und ePZA-Großformat ist ab 1. Januar 2027 auf 3 cm Höhe beschränkt; höhere Sendungen sind als PZA-Grundprodukt zu frankieren. Grundprodukt und Kleinformat ändern sich nicht.

Was gleich bleibt

Die Laufzeitversprechen für Brief National gelten weiter: Briefe werden in der Regel am zweiten Werktag nach Einlieferung zugestellt. Standard- und Kompaktbrief behalten ihre Maße. Die Änderungen gelten für Privat- und Geschäftskunden gleichermaßen.

Checkliste bis zum Jahreswechsel

  1. Sendungen über 3 cm erfassen. Welche Aussendungen gehen heute als dicker Maxibrief? Für diese Sendungen den Versandweg ab 2027 festlegen.
  2. Seitenzahlen prüfen. Sendungen zwischen 95 und 190 Blatt passen ab 2027 in den Großbrief. Vorlagen und Versandregeln entsprechend anpassen.
  3. Auslandsaussendungen sortieren. B4-Großbriefe bis 500 g werden zum Midibrief International. Dokumente über 3 cm oder 1.000 g brauchen ein Warenprodukt.
  4. Software fragen. Kennen Frankier-, Versand- und ERP-Software die neuen Produkte und Grenzen? Beim Anbieter nachfragen, bevor die ersten Sendungen im Januar zurückkommen.
  5. Umschläge und Kuvertierung prüfen. Die neue Höhe von 3 cm betrifft Versandtaschen und die Füllhöhe von Kuvertiermaschinen. Eine neue Formatschablone BRIEF National will die Post Ende des vierten Quartals 2026 in ihrem Shop anbieten.
  6. Porto 2027 im Budget offen halten. Solange die Entgelte nicht feststehen, mit einem Puffer planen.

Meine Einschätzung

Die Post begründet die Reform mit Einfachheit und dem Weltpostvertrag. Ich lese darin auch eine Richtungsentscheidung: Der Brief wird zum reinen Dokumentenkanal bis 3 cm, alles Dickere soll ins Paketnetz. Dafür spricht, dass die Post Sendungen über 3 cm ausdrücklich an DHL Päckchen, Paket und den Kleinpaket-Vertrag verweist und das Päckchen parallel mit Sendungsverfolgung testet. Für Unternehmen, die überwiegend Papier verschicken, ist das eher eine gute Nachricht – der Großbrief nimmt ab 2027 doppelt so viel auf. Wer dagegen Muster, Kataloge oder Ordner verschickt, sollte seine Versandwege jetzt neu kalkulieren.

Was noch offen ist: das Porto

Die Bundesnetzagentur hat am 11. November 2024 den Spielraum für die Porti festgelegt, die seit dem 1. Januar 2025 gelten – für zwei Jahre, bis zum 31. Dezember 2026. Für die Zeit danach ist eine neue Entscheidung nötig. Eine solche Entscheidung ist bislang nicht veröffentlicht (Stand: September 2026). Wer heute konkrete Portopreise für 2027 nennt, schätzt. Die bis Ende 2026 gültigen Portopreise stehen in unserem Briefporto-Ratgeber.

Was die Reform für digiBrief bedeutet

Mit digiBrief versenden Sie Standard-, Kompakt- und Großbriefe bis 500 g direkt aus dem Browser, per Druckertreiber, Hotfolder oder API; Druck, Kuvertierung und Frankierung übernimmt . Bis Ende 2026 gelten die Preise und Grenzen unserer digiBrief-Preisliste. Sobald die Entgelte für 2027 feststehen, kündigen wir dort die digiBrief-Preise für 2027 an.

Quellen

Stand: 28. September 2026


Aktualisiert am